Nicholas Oldland: Der große Bär

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Dass im ersten Bilderbuch eines kanadischen Autors ein großer ursus americanus die Hauptrolle spielt, das ist ja zunächst mal nicht ungewöhnlich.

Der Bär aus Nicholas Oldlands Geschichte unterscheidet sich allerdings von seinen Artgenossen, nämlich dadurch, dass er alles, was ihm begegnet, umarmen möchte und das auch tut: große Tiere, kleine Tiere, stinkende Tiere und gefährliche Tiere. Ob diese wollen oder nicht, alle werden von dem großen Bären in die Pranken geschlossen. Vor allem aber mag dieser es, Bäume zu umarmen. Der Bär ist kein Hippie, noch übt er für Team-Building-Seminare. Sondern er ist einfach sehr nett und friedfertig.

Dass der große Bär auch anders kann, zeigt sich, als eines Tages ein Mann mit einer langen Axt in seinen Wald kommt. Denn mit einer Axt kann man bekanntlich Bäume fällen. Einen Moment lang scheint der Bär sein gemütliches Naturell zu vergessen. Dann besinnt er sich aber wieder – was zum Glück auch zum Ziel führt, ohne dass jemand Schaden nimmt.

Empfehlenswert ist das Buch für Kinder von 3 bis 6 Jahren. Es kommen verschiedene Waldtiere darin vor, Nicholas Oldland zeichnet in einem angenehm flächig-schlichten, aber originellen Stil (besonders gefällt der subtil dargestellte Schrecken auf den Gesichtern der verschiedenen Umarmungsopfer des Bären). Und es enthält eine gelungene, für ein Bilderbuch sehr clevere Pointe – die vielleicht ein klein wenig zu »erwachsen« geraten ist. Der Gesamteindruck bleibt aber: ein gutes Kinderbuch.

Schlagwörter:

Amerika, Kinderbücher, Tiere

  • Autor(en): Nicholas Oldland
  • Zeichner: Nicholas Oldland
  • Originaltitel: Big Bear Hug
  • Verlag: Jacoby & Stuart
  • Sprache: Deutsch
  • Jahr: 2010
  • ISBN: 978-3941087774
  • Wertung von Dirk: 4/5

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