Artikel von Andreas

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Denken wir an Spanier in Amerika, so sind wir gedanklich unwillkürlich zuerst in Lateinamerika, also dem Festland südlich des Rio Grande und Teilen der Karibik, vor allem natürlich Kuba. Doch auch in Nordamerika waren die Spanier an vielen Stellen nicht nur die ersten Europäer, sondern haben zwischen Kalifornien und Florida die Geschichte mitgeprägt. Weber erzählt diese Geschichte, die automatisch auch die Geschichte der Ureinwohner dieser Gebiete ist, anschaulich und ohne anachronistische Wertungen. Sehr spezielles Thema, aber wirklich lesenswert!

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Kathleen Spivack erzählt vor dem Hintergrund von Holocaust und Weltkrieg eine Geschichte vom Überleben, von den Selbstvorwürfen und der Verzweiflung der Entkommenen. Von der Kraft und Ohnmacht der Kunst im Ringen der Mächte. Vom Bösen auch. – Gut lesbar finde ich ihren Roman aber nicht, ganz im Gegenteil. Allzu überspannt und erdrückt von Allegorien und Surrealem ist das alles für meinen Geschmack. Ich fühlte mich wie in einem Traum, in dem ich verloren umherirre und es einfach nicht schaffe, klar zu sehen.

Schlagwörter:

2. Weltkrieg, Exil, Romane

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Wie ist das, wenn einem plötzlich gesagt wird: »So, ab heute heißt du Eugen«? Dem Autor dieses mit viel Liebe zum Detail gemachten Buches ist es genau so ergangen, als seine Familie eines Tages als Aussiedler die ehemalige Sowjetunion in Richtung Westen verließ. Nun hat er viele Jahre später dreizehn andere Eugens in Nordrhein-Westfalen besucht und mit ihnen Gespräche über ihre Herkunft, ihre Erinnerungen an die Ankunft in der neuen Heimat, über Identität und eben über ihren Namen geführt. – Kurzweilig, horizonterweiternd und in angenehm unsentimentalem Plauderton gehalten. Und ein gestalterischer Leckerbissen ist das Buch obendrein.

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Fünf Geschichten sind hier in einem schlichten, schmucken Bändchen versammelt, fünf Geschichten, nach denen Sie benommen aus dem Fenster schauen werden, um sich zu vergewissern, dass der Mond noch am Himmel hängt und dass unten noch unten und oben oben ist. Eugen Egner zieht uns in Welten, in denen alles krumm ist und verdreht. Während seine Zeichnungen und Texte früher immer ein ausgeprägt komisches Moment hatten, begibt er sich spätestens mit diesem Buch mehr ins Reich des Fantastischen und Schaurigen.

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Was vielleicht zunächst einmal nach einer Sammlung schnöder Finanztipps für den Heimbedarf aussieht, ist in Wirklichkeit ein wahrhaft aufklärerisches Buch. Der Autor Davut Çöl schafft es, uns Lesern ein als trocken und verworren vermutetes Thema in kleinen, aufeinander aufbauenden Kapiteln nahezubringen. Er doziert dabei nicht, sondern schafft es, sich im freundlichen Plauderton von Frage zu Frage voranzuarbeiten – vom Ursprung und eigentlichen Zweck des Geldes über Begriffe wie Wachstum und Zins bis hin zu einer geradezu ketzerischen Analyse der Banken- und Schuldenkrisen und der Reaktion der Regierungen und der Zentralbanken.