Kategorie Amerika:

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Nancy Isenberg geht in ihrem Buch ein Thema an, bei dem für sie nicht unbedingt Beifall und Lorbeeren zu erwarten waren. Sie nimmt den Mythos von der klassenlosen US-amerikanischen Gesellschaft aufs Korn, in der es jeder schaffen kann, wenn nur Wille und Einsatz stimmen. Isenberg tut das nicht von einer abstrakten moralischen oder politischen Warte aus, sondern indem sie die Geschichte der untersten Klasse seit Gründung der ersten Kolonien an der Ostküste nachzeichnet. Ihr Buch ist hochaktuell, und es war nicht nur eine Marketingmaßnahme, dass die Auflage von 2017 durch ein Vorwort erweitert wurde, in dem Isenberg ihre Erkenntnisse auf die zurückliegenden Präsidentschaftswahlen in den USA anwendet.

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Guten Sachbüchern und Romanen ist eines gemeinsam: Sie erzählen Geschichten. Bei manchen Sachbüchern fällt dies lediglich stärker ins Auge. Empire of the Summer Moon von S. C. Gwynne verspricht im Untertitel eine ziemlich spannende Geschichte, nämlich die von »Quanah Parker und dem Aufstieg und Fall der Komantschen, dem mächtigsten Indianerstamm der amerikanischen Geschichte«. Das ist nicht wenig und klingt ziemlich spannend.

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Matt Ruff liebt es, von Roman zu Roman das Genre zu wechseln, wie wir im Anhang von »Lovecraft Country« erfahren. Hier nun versucht er sich daran, zwei Genres in ein und demselben Roman abzudecken, in einem Crossover aus klassischen Horrormotiven und gesellschaftskritischem Realismus. So richtig gut funktioniert das nicht, denn die Horror-Ebene wirkt etwas sehr gewollt und fremd. Umso besser funktioniert die erste Ebene, die sich um den alltäglichen Rassismus dreht, mit dem farbige US-Amerikaner in den 50er-Jahren (und nicht nur dann) leben mussten.

Schlagwörter:

Amerika, Romane

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Mir war der Name Bill Bryson noch nie untergekommen, als ich beim Buchhändler diesen Jahresrückblick der etwas anderen Art aus dem Regal angelte. »One Summer«, dachte ich mir, »dieser Mensch hat also wirklich so ein dickes Buch nur über einen einzigen Sommer, also nicht mal ein ganzes Jahr geschrieben?« Ich war neugierig, fand das Buch überdies sympathisch und kaufte es also. – Ein Glücksgriff! Das einzig Bemängelnswerte an diesem Buch ist, dass es irgendwann zu Ende ist.

Schlagwörter:

Amerika, Geschichte, Sachbücher