Kategorie Humor & Satire:

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Andrew Williams veröffentlichte über Jahre hinweg Blogartikel, die sich ums Schreiben und das Dasein als Autor drehten. Sie gehörten zum Besten, was ich bisher überhaupt zu diesen Themen gelesen habe. Leider, leider gibt es dieses Blog nicht mehr. – Dafür aber schreibt Williams seit Monaten an seinem ersten Roman. Und vorab gibt es nun schon einmal diese empfehlenswerte Sammlung von Kurzgeschichten aus seiner Feder. Abwechslungsreich, gekonnt, charmant – und wirklich kurz.

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Von Svipp-Kollege Dirk habe ich den Begriff Pastiche aufgeschnappt, und bei diesem schlanken Roman lässt er sich bestens anwenden. Bei »The Gentleman« nämlich handelt es sich um einen Pastiche britischer Romane des Viktorianischen Zeitalters, keine Parodie, sondern eine schwungvolle Hommage, die in den gespreizten Wendungen und Klischees der zitierten Epoche schwelgt. Den in manchen Pressestimmen zum Buch erwähnten Steampunk habe ich nicht entdecken können, aber er fehlt auch nicht. Ein Buch wie das Geplauder eines leicht gelangweilten Dandys – stets und mit unverhohlenem Vergnügen über die Grenze hin zum Nervenden springend, am Ende aber doch ein originelles Lesevergnügen.

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Hin und wieder möchten wir hier bei Svipp Klassiker vorstellen. Oder genauer: solche älteren Werke, die wenig bekannt sind, die aus unserer Sicht aber Klassiker sein sollten. Otto Julius Bierbaum war ein Dichter, Journalist, Schriftsteller und überhaupt ein umtriebiger Hans Dampf in allen Gassen. Und er war ein meisterlicher Beobachter seiner Umgebung und ein noch meisterlicherer Lästerer und Spötter, aber auch ein großer Genießer – eine Kombination, die mir sehr angenehm ist. In seinem Buch »Die Yankeedoodle-Fahrt« schildert er eine um 1908 herum unternommene Kreuzfahrt durchs Mittelmeer. Machen Sie es sich im Deckstuhl bequem und genießen Sie!

Schlagwörter:

Humor & Satire, Klassiker, Meer, Reise

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Gute Romane beschreiben das Komische nicht ohne das Ernste (und umgekehrt), sondern verweben beides miteinander. »The Lubetkin Legacy« ist ein solcher Roman: über den glücklosen Schauspieler Berthold (sich zwanghaft am großen George Clooney messend), seine junge Nachbarin Violet (auf der Suche nach einer Arbeit mit Sinn und Anstand) und die Hausgemeinschaft des »Madeley Court«. – Kritikwürdig nur, dass das Buch nicht zum richtigen Zeitpunkt endet, sondern weitere 80, 100 Seiten weiterläuft und zerfasert. Ein eher schwaches und gar nicht nötiges letztes Viertel. Alles davor ist aber so umwerfend, dass Sie das Buch ruhig als Lektüre für Ihre nächste Reise einpacken sollten.