Kategorie Geschichte:

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Dass wir vom globalen Dorf sprechen, zu dem die Welt geworden sei, ist heute bereits eine eher belanglose Platitüde. Allzu real erfahren wir diese Verkleinerung der Welt ja in unserem Leben: sei es beim Austausch mit Menschen in aller Welt übers Internet, sei es beim Urlaub in Vietnam oder Neuseeland, sei es bei Diskussionen um Niedriglöhne und Strafzölle, sei es bei den Auswirkungen von Kriegen und Krisen. – Schnell vergessen wir dabei, dass auch heute noch geografische Bedingungen eine entscheidende Rolle im Großen wie im Kleinen, im Guten wie im Bösen spielen. Trotz aller Technik. Tim Marshall betrachtet in seinem lesenswerten Buch zehn Regionen der Welt unter dem Gesichtspunkt ihrer Geografie.

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Ich habe mich im Buchladen gleich verguckt in das freundliche Lindgrün dieses Buches und die elegante, zurückhaltende Gestaltung seines Einbands. Die große Liebe war’s am Ende aber nicht. Wie so oft im Leben gab das Optische zwar den Anstoß, verlor jedoch seinen Glanz, als sich dahinter kein gleichermaßen ansprechendes Wesen fand. Das Kilo Kultur macht einen schlanken Fuß in der Vitrine, mehr aber auch nicht. Ich fand nichts, was in der Konkurrenz mit Wikipedia als Nachschlagwerk auf der einen Seite und tiefgründigen und gutgeschriebenen Monografien auf der anderen Seite für dieses Kilo Papier spricht.

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Nancy Isenberg geht in ihrem Buch ein Thema an, bei dem für sie nicht unbedingt Beifall und Lorbeeren zu erwarten waren. Sie nimmt den Mythos von der klassenlosen US-amerikanischen Gesellschaft aufs Korn, in der es jeder schaffen kann, wenn nur Wille und Einsatz stimmen. Isenberg tut das nicht von einer abstrakten moralischen oder politischen Warte aus, sondern indem sie die Geschichte der untersten Klasse seit Gründung der ersten Kolonien an der Ostküste nachzeichnet. Ihr Buch ist hochaktuell, und es war nicht nur eine Marketingmaßnahme, dass die Auflage von 2017 durch ein Vorwort erweitert wurde, in dem Isenberg ihre Erkenntnisse auf die zurückliegenden Präsidentschaftswahlen in den USA anwendet.

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Wer die Dampfmaschine erfunden hat, werden einige von uns sicherlich noch parat haben. Zumindest wissen wir, dass es sich um eine Erfindung handelt, die sich ziemlich genau zuordnen lässt. Wir können die Geschichte ihrer Erfindung nachschlagen. – Wie aber ist es mit dem aufrechten Gang oder der Musik? Lässt sich sagen, dass irgendwann vor soundsovielen Jahren ein Mensch des Stammes XY die erste kleine Melodie der Weltgeschichte gesummt hat? Wie ist es mit dem Sprechen? Den Konzepten von Recht, Staat, Religion, Monogamie? Diesen Fragen geht Jürgen Kaube in seinem abwechslungsreichen und anregenden Buch nach.

Schlagwörter:

Geschichte, Sachbücher

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Guten Sachbüchern und Romanen ist eines gemeinsam: Sie erzählen Geschichten. Bei manchen Sachbüchern fällt dies lediglich stärker ins Auge. Empire of the Summer Moon von S. C. Gwynne verspricht im Untertitel eine ziemlich spannende Geschichte, nämlich die von »Quanah Parker und dem Aufstieg und Fall der Komantschen, dem mächtigsten Indianerstamm der amerikanischen Geschichte«. Das ist nicht wenig und klingt ziemlich spannend.