Kategorie Jüdisches Leben:

am

Die Autorin Eva Lezzi schreibt in ihren Büchern um den kleinen Beni und seine Familie vom ganz normalen (und manchmal natürlich auch normal-verrückten) Alltagsleben jüdischer Menschen im modernen Deutschland. In diesem Band aber lässt sie Benis Großmutter zurückblicken auf die schreckliche Vergangenheit. Lezzi schreibt nüchtern und geradlinig und schafft einen Rahmen des lebendigen Hier und Jetzt um das düstere Gestern. Begleitet wird ihre Erzählung von den schönen Illustrationen von Anna Adam, von denen mich besonders die Collagen begeistert haben.

am

Szczepan Twardoch erzählt eine Geschichte aus der Unterwelt Warschaus. »Der Boxer« hat vielversprechende Aspekte. Etwa, dass er im Warschau des Jahres 1937 angesiedelt ist und damit die hierzulande wenig präsente Zeit der Zweiten Polnischen Republik beleuchtet. Und dass dieser Roman einen jüdischen Helden hat, wie er uns in unserer Literatur nicht oft begegnet: physisch stark und dominant, der Albtraum aller Antisemiten. – Gute Zutaten, aus denen nach meinem Dafürhalten aber leider kein wirklich packender Roman entstanden ist.

am

Wenn ich nicht so recht weiß, was ich zu einem Buch sagen soll, dann handelt es sich es oft um ein Buch, das mich kaltgelassen hat. Das mich weder gut unterhalten, noch erzürnt, noch sonstwie berührt hat. Manchmal aber tue ich mich gerade deshalb schwer mit einer Stellungnahme, weil mich das Buch ganz besonders tief beeindruckt hat. Genau das ist bei Sana Krasikovs Romandebüt der Fall. Ihre Erzählung der Geschichte von Florence Fein, die 1934 aus Brooklyn in die Sowjetunion zieht, und ihrer Familie gehört zum Besten, was ich in den letzten Jahren überhaupt gelesen habe.