Kategorie Sachbücher:

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Juristen genießen überall großen Respekt, sind aber gleichzeitig gefürchtet und nicht selten verachtet. Und jeder von uns ärgert sich regelmäßig über ihre unverständliche Sprache oder über seltsame Urteile. Der Rechtswissenschaftler und Autor Uwe Wesel hat es sich zur Aufgabe gemacht, einmal die Kulissen beiseitezuschieben und sein Fachgebiet vom Staats- und Verfassungsrecht bis hin zum Arbeitsrecht aus dem nebligen Ungefähr zu holen und verständlich zu erklären. Er tut das gekonnt, mit anschaulichen Beispielen und geschichtlichen Herleitungen, und spart erfreulicherweise auch nicht mit ironischen und kritischen Betrachtungen zu seinem Berufsstand.

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Wenn ein Neurowissenschaftler sich daranmacht, Laien die grundlegenden Mechanismen des menschlichen Gehirns zu erläutern, dann droht ein schwer verdaulicher Wälzer. Denkt man. Dean Burnett aber schafft es, aus der kniffligen Materie ein Buch zu stricken, das sich liest wie ein rasanter und sehr, sehr unterhaltsamer Roman! Burnett tritt in seiner Freizeit als Stand-up Comedian auf, und davon profitiert sein Buch. Wie in einem Bühnenprogramm stellt er uns unser Hirn mit seinem Glanz und mit seinen Schrullen und Macken vor. Er spannt einen weiten Themenbogen vom Gedächtnis über die Sinne bis hin zu Persönlichkeit, Ängsten und Neurosen und wird an keiner Stelle langweilig. Große Klasse!

Schlagwörter:

Sachbücher, Wissenschaft

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Ein ganz grauenhaftes Buch. Es schmerzt ein wenig, das so uneingeschränkt sagen zu müssen, weil mir dieses Buch als Geburtstagsgeschenk meines besten Freundes zuflog. Aber ich sehe mich außer Stande, irgendetwas Positives an diesem Werk zu finden. Ich habe es wahrgenommen als eine freudlose Fibel für Streber und Selbstoptimierer. Ohne den kleinsten Funken von Witz, von Esprit, von echtem Leben. Als einen Almanach für angehende Technokraten und Wichtigtuer, für Leser, die gerne weise wirken möchten, aber nicht warten wollen, bis sie Weisheit durch Lebenserfahrung erlangen können. Nein, wirklich: ein ganz grauenhaftes Buch.

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Das Autoren-Duo Uschmann & Witt ist bekannt und geschätzt als Schöpfer Dutzender eher humoristischer Bücher, die ein ums andere Mal einen scharfen Blick für den gemeinen Menschen in freier Wildbahn mit wunderbar lässiger Erzählkunst verbinden. Mit »Bis zum Schluss« wagen sich die beiden an das schwere Thema Tod heran und schreiben vom Begleiten der todkranken Mutter in ihren letzten Wochen, vom letzten Atemzug, von den Tagen danach, der Beerdigung und allem, was danach kommt. Ich hatte eine große, eine abergläubische Angst vor diesem Buch – zu Unrecht.

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Nancy Isenberg geht in ihrem Buch ein Thema an, bei dem für sie nicht unbedingt Beifall und Lorbeeren zu erwarten waren. Sie nimmt den Mythos von der klassenlosen US-amerikanischen Gesellschaft aufs Korn, in der es jeder schaffen kann, wenn nur Wille und Einsatz stimmen. Isenberg tut das nicht von einer abstrakten moralischen oder politischen Warte aus, sondern indem sie die Geschichte der untersten Klasse seit Gründung der ersten Kolonien an der Ostküste nachzeichnet. Ihr Buch ist hochaktuell, und es war nicht nur eine Marketingmaßnahme, dass die Auflage von 2017 durch ein Vorwort erweitert wurde, in dem Isenberg ihre Erkenntnisse auf die zurückliegenden Präsidentschaftswahlen in den USA anwendet.